

Die Zeitlupe (auch unter dem Anglizismus Slow Motion, engl. ‚langsame Bewegung‘, oder als Akronym Slomo bekannt) ist eine in der Filmtechnik und Computersimulation angewandte Methode, die Bewegungsabläufe verlangsamt darstellt. Das ihr zugrunde liegende Prinzip geht auf eine Erfindung August Musgers aus dem Jahre 1904 zurück. Das erste Gerät zur Herstellung von Zeitlupenaufnahmen basierte auf Musgers Erfindung und wurde 1916 von der Dresdner Firma Ernemann der Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Fernsehen werden Zeitlupenbilder aus dem Sport oft als Studie bezeichnet, auch wenn die Aufnahme der Veranschaulichung, und nicht der Analyse dient.
Am 3. September 1904 reichte August Musger das Patent für die Konstruktionspläne zu seinem „Serienapparat mit Spiegelrad“, der Zeitlupenaufnahmen herstellen konnte, beim Österreichischen Patentamt ein. Bis 1907 stellte er anhand dieser Pläne schließlich auch einen Prototyp der Erfindung her. 1912 musste Musger sein Patent aufgrund unzureichender finanzieller Mittel aufgeben.
1914 stellte jedoch die Firma Ernemann einen Zeitlupenapparat der Öffentlichkeit vor, der zwar auf der Erfindung Musgers basierte, diesen jedoch nirgends erwähnte. Der „Erfinder“ des Geräts bei der Firma Ernemann, Hans Lehmann, stand mit Musger schon seit Jahren im Briefwechsel und erwähnte gegenüber diesem in einem Brief vom 14. April 1916 auch, dass sein „Zeitmikroscop“ auf Musgers Erfindung basiere: „Ich würde mich sehr freuen, Ihnen die Fortschritte vorführen zu können, welche Ihrer Erfindung zu Grunde liegen. Vielleicht haben Sie Gelegenheit, einmal nach Dresden zu kommen und mich in den Ernemann-Werken aufzusuchen, oder vielleicht habe ich Gelegenheit, meinen Vortrag über den neuen Apparat, welchen man "Zeitmikroscop" nennen könnte (weil er die Zeit vergrößert, in welcher rasche Bewegungsvorgänge erfolgen, denen das Auge bei der natürlichen Geschwindigkeit nicht folgen kann) und die Vorführung meiner Films in Graz oder in Wien zu wiederholen
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitlupe